Storchendorf Rühstädt – Hansestadt Werben. Ein Mini-Roadtrip zwischen Havel und Elbe.

Reisefrequenzen
Reisefrequenzen
Storchendorf Rühstädt - Hansestadt Werben. Ein Mini-Roadtrip zwischen Havel und Elbe.
Storchendorf Rühstädt - Hansestadt Werben. Ein Mini-Roadtrip zwischen Havel und Elbe.
/

Hallo! Hier sind die Reisefrequenzen. Heute unterwegs in Gnevsdorf, Rühstädt und in der Hansestadt Werben. Unterwegs zwischen Havel und Elbe, zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Zu den Störchen, zu hanseatischen Bauten und zum Untergang der Havel.

Unsere Tour beginnt in Gnevsdorf, nördlich von Havelberg. Dort mündet die Havel in die Elbe. Anschließend zwei Kilometer weiter ins Storchendorf Rühstädt und zurück entlang der Elbe bis zur Elbfähre nach Räbel. Die letzte Station ist die Hansestadt Werben. Wie immer nehme ich Euch gerne mit.

Die Mündung der Havel am Gnevsdorfer Wehr

Von Havelberg kommend biegen wir kurz vor Gnevsdorf zum Gnevsdorfer Wehr links ab. Es sind ein paar Schritte über die Brücke des Wehrs bis fast zum Bug der Halbinsel. Links ein Fluss und rechts ein Fluss. Links die Elbe und rechts das Havelwasser. Hier ist der Platz, um Abschied zu nehmen. Nachsinnen, sich erinnern an die schöne Zeit und die vielen gemeinsamen Erlebnisse. Ganz in der Nähe des Wehrs geht alles zu Ende. 
Hier in Gnevsdorf mündet die Havel nach 334 Kilometern Länge in die Elbe. Die bauchige Havel, die als ein Naturparadies durch Brandenburg fließt, gießt ihr Wasser in den breiten Strom. Erst schiebt sie sich noch ein paar Kilometer parallel, dann aber endet sie. Genauer gesagt mündet in Gnevsdorf der 1956 fertiggestellte Havel-Vorfluter in die Elbe. Wir stehen wehmütig, schauen der Havel nach und wissen, wir können ja zurück. Dann ist sie wieder da. 

Früher floss die Elbe bei Hochwasser rückwärts in die Havel. Das ließ die großen Flächen zwischen Havelberg und Rathenow oft überschwemmen. Deshalb wurde mit dem Bau von Schleusen und Wehren begonnen, um Landwirtschaft, Dörfer und Straßen besser zu schützen. Zu diesen Maßnahmen gehört der 11 km lange als Vorfluter bezeichnete künstliche Arm der Havel nördlich von Havelberg. Vier Wehre und Schleusen sind auf seiner Strecke. Bei Quitzöbel, Neuwerben, Gnevsdorf und bei Havelberg.
Das alles wurde notwendig, weil sich Elbe und Havel so unterschiedlich benehmen. Während die Havel gemütlich mit 4 cm Gefälle dahinfließt, eilt die Elbe mit 15cm/km. Bei Hochwasser, und wir erinnern uns an dramatische Bilder der letzten Jahre, drängt die Elbe in die flache Havel. Im tiefen Umland blieb das Wasser dann oft bis zum Sommer stehen, die Folgen waren enorme Ernteschäden. Der Vorfluter stoppt diese Überflutungen. Dazu werden bei drohendem Elbehochwasser die Wehre geschlossen. Die Abflüsse aus der Havel werden gedrosselt. Das heißt mehr Wasser in der Havel zwischen Berlin und Rathenow, weniger weiter nördlich zwischen Rathenow und Havelberg. Damit ist dieser Abschnitt entlastet. Im Schlimmsten fall werden die Havelpolder geflutet.
Beruhigt sich die Elbe, ist auch die Havel wieder glücklich. Wir senden der Havel eine letzte Flaschenpost mit einer Nachricht an die Nordsee. 

Das Storchendorf Rühstädt

Der Ort liegt knapp 2 Kilometer von Gnevsdorf entfernt. Schon bei der Ankunft hören wir das Geklapper. Wir schauen uns ein wenig um und sehen schnell den fotogensten Platz am alten Wasserturm. 1883 wurde er, um das Rühstädter Schloss und Gut mit Wasser zu versorgen, errichtet. Auf dem spitz zulaufenden Dach des alten Ziegelbauwerks haben Störche ein großes Nest gebaut. Nichts ist darin zu sehen. Wir warten und warten. Ab und zu fliegt ein Storch ins Dorf und wir verdrehen unsere Köpfe in flugtechnischen Runden, um ihm mit Blicken zu folgen. Bis endlich ein Weißstorch die Zielgerade zum Wasserturm nimmt, er ist von seiner Tour auf die futterreichen Feuchtwiesen zwischen Elbe und Havel zurückgekehrt. Seine Landung sieht aus wie das Baumeln einer Marionette, die Flügel weit geöffnet und die langen Beine scheinbar unbeholfen abgespreizt und leicht angewinkelt.


Etwa 30 Storchenpaare versuchen in Rühstädt alljährlich ihr Glück. In den letzten Jahren war das aufgrund der großen Trockenheit schwierig. Doch Rühstädt bleibt eines der storchenreichsten Dörfer in Deutschland und nennt sich ein „Europäisches Storchendorf“. In den Niederungen finden die langbeinigen Vögel Nahrung und der Mensch bietet mit Nesthilfen auf Türmen, Scheunen und Dächern ideale Wohnplätze in Vormontage an. Fast jeder Rühstädter hat einen Storch.

Storchendorf Rühstädt - Hansestadt Werben. Ein Mini-Roadtrip zwischen Havel und Elbe.
Störche in Rühstädt ©️ Andreas Trapp

Auf der großen Scheune sind vier Horste, davon nur zwei genutzt. Platz genug für Storchen-Streit. Der falsche Storch im falschen Nest oder einfach der ungeliebte Nebenbuhler. Das Grundproblem bleibt uns verborgen. Am Ende zieht der Eine aus und der Andere ohne zu Zögern ein. Gegenüber wird Liebe gemacht, es geht sehr schnell und sieht nicht nach Romantik aus. Zwischendurch klappert es über dem ganzen Dorf.  

Storchendorf Rühstädt - Hansestadt Werben. Ein Mini-Roadtrip zwischen Havel und Elbe.
Ohne Romantik ©️ Andreas Trapp

Wir schlendern an der Kirche vorbei, in der die von Quitzows und von Jagows begraben sind. Am Ortsende steht das groß dimensionierte Zentrum des „UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg“, in dem auch die Naturwacht und der NABU Räume hat. Ausgerechnet hier sind die beiden Storchennester leer. Das Zentrum ist coronabedingt geschlossen, draußen gibt es einige Erläuterungen über den Schutz von Hecken und die Schönheit blühender Kirschen und Picknicktische für die Pause. 
Es soll in der Rühstädter Umgebung auch Schwarzstörche geben. Wir haben leider keine gesehen. Der Schwarzstorch ist ganz anders als sein weißer Verwandter ein Waldbewohner und sehr scheu.

Wir flanieren zurück ins Dorf und folgen den Tafeln am Wegesrand, die den Geschichtspfad von Rühstädt bebildern. Fotos von Schulkindern, von der Landwirtschaft, von den früheren Häusern und von den Flüchtlingen, die nach dem 2. Weltkrieg ankamen. 

Storchendorf Rühstädt - Hansestadt Werben. Ein Mini-Roadtrip zwischen Havel und Elbe.
Schloß Rühstädt

Im Zentrum des Dorfes steht das altrosafarbene Schloss. Rühstädt heißt Ruhestätte, vermutlich die der Ritter von Quitzow. Sie errichteten eine Wasserburg und bewohnten sie bis 1719. König Friedrich Wilhelm I. verlieh das Lehen dann an die von Grumbkows, die in Preußen Karriere machten. Friedrich Wilhelm von Grumbkow ließ ein neues barockes Schloss errichten, doch es brannte später ab und die von Grumbkows konnten Rühstädt nicht für sich halten. 1782 bauten die von Jagows das neue, bis heute erhaltene, spätbarocke Schloss. Der alte Wassergraben wurde teilweise verfüllt, statt des barocken Lustgartens entstand spät erst, 1823, ein englischer Landschaftsgarten. 1945 wurde das Schloss enteignet, alles Inventar geraubt und schließlich die meisten Gutsgebäude abgerissen. Das Gesamtbild ist verloren, das Schloss bewahrt. Heute ist das Schloss im privaten Besitz und wird als Hotel genutzt. 
Der Park ist bemerkenswerterweise für alle offen. Vor dem Schloss Rühstädt sind Reste des ehemals schützenden Wassergrabens. Wir gehen über eine Brücke, dann rechts herum ins grüne Reich. Schon auf den ersten Blick bin ich erstaunt. Ein Riesenmammutbaum wächst vor mir in scheinbar unendliche Höhen. Bunt bemalte extra getöpferte Schilder bennenen jeden Baum im Park mit Namen und Alter. Eiben, Platanen, Buchen, Wellingtonien geben sich ein Stelldichein im märkischen Sand. Alles was im 19. Jahrhundert exotisch war und up to date ist da. Eine Allee zieht uns magisch an, ihr Ende ist ein Obelisk, ein zehn Meter hoher Point de vue aus Sandstein.

Hinter jungen Bäumen versteckt liegt unter einem Hügel der Eiskeller. Statt eines Kühlschranks, der er einmal war, ist er jetzt ein Fledermausquartier.
Am Ufer des Schlossteichs entlang spazieren wir wieder ins Dorf. Währenddessen fliegen zwei Kraniche über uns hinweg. 

Unser nächster Stopp ist kurz vor Havelberg die Gierfähre „Werben“ nach Räbel.

Storchendorf Rühstädt - Hansestadt Werben. Ein Mini-Roadtrip zwischen Havel und Elbe.

Die Fähre “Werben” nach Räbel

Die Gierfähre „Werben“ hängt an ihrem Seil und bringt uns über die breite und heute behäbige Elbe. Die Überfahrt ist eine Mini-Auszeit, die schnell vorüber geht. Unterwegs zahle ich das Fährgeld dem Fährmann, der den ganzen Tag über hin und her fährt. Hinter seiner Zahltheke hängen weibliche Nacktfotos á la Playboy und ein Foto seiner Elbfähre. Don’t pay the Ferryman. 

Ein Rundgang durch die Hansestadt Werben

Die Straße in die Hansestadt Werben ist aus einer anderen Welt. Kopfsteinpflaster, schneeweiße Schlehenblüten. Werben ist klein und macht das Kleinsein groß. Die Stadt ist die kleinste aller Hansestädte und mit etwa 900 Einwohnern eine der kleinsten eigenständigen Städte Deutschlands. Derzeit Platz 14. 
Es ist ganz still, eine große Ruhe hat sich über die Stadt gelegt. Sie ist vom Wegzug ihrer Bewohner geprägt.
Im Jahr 1005 wird Werben in der Merseburger Chronik erstmals erwähnt, es geht um Verhandlungen zwischen Christen und Slawen und um den Besitz an diesem wichtigen Elbübergang nicht weit von der Mündung der schiffbaren Havel. Die strategische Lage ist von großer Bedeutung für Handel und Territorium und prägte die Geschichte der Stadt.

Storchendorf Rühstädt - Hansestadt Werben. Ein Mini-Roadtrip zwischen Havel und Elbe.

1358 tritt Werben in den Bund der Hanse und gut 130 Jahre später ist die stolze Hansezeit vorbei. Ausgerechnet ein Bierkrieg bereitet 1488 das Ende und der Grund dafür lag in Berlin. Weil das neue Schloss der brandenburgischen Kurfürsten in Berlin viel teurer wurde als die kurfürstliche Schatulle es erlaubte, musste eine neue Steuer her. Die Wahl fiel aufs Bier, ein Grundnahrungsmittel der damaligen Zeit des schlechten Wassers. Kurzerhand wurde eine neue Biersteuer erhoben. Nur Ritter und Klöster waren von der Abgabe befreit, sofern sie für den Eigenbedarf brauten. Der Erlass des Kurfürsten war so angelegt, dass der Biertrinker zahlte. Auf diese neue Steuer folgte der Aufstand der altmärkischen Städte. Das Ende war die blutige Niederschlagung der Revolte, kräftige Strafzahlungen und der Verlust aller Privilegien der Hanse für Werben.

Wir sitzen auf einer Bank, die auf dem Marktplatz steht, verspeisen unser Picknick und schauen auf den leeren Platz. Gegenüber ist das Rathaus in rosa. Der erste Stock stammt von 1793 und der zweite aus dem Jahr 1908. Im Erdgeschoss ist die Touristeninformation, die jetzt geschlossen ist. Vor dem Rathaus steht die 5 Meter hohe König-Gustav-Adolf-Säule aus Backsein mit vier Kugeln obenauf. Sie erinnert an den schwedischen König und an sein riesiges Heerlager während des dreißigjährigen Krieges bei Werben. Am 11. Juli traf der König in Werben ein, nahm am 19. im „Goldbeckschen“ Haus am Markt Quartier und blieb bis zum 14.8. Zwischenzeitlich versuchten Tilly und Pappenheims Truppen ihn vergeblich aus der Stadt an der Elbe zu vertreiben. In Werben errang Gustav Adolf nach 39 Niederlagen den ersten Sieg für die Protestanten. Ein Sieg auf Kosten der Einwohner. Wo früher Schwedens König wohnte, ist jetzt die Fleischerei.

Storchendorf Rühstädt - Hansestadt Werben. Ein Mini-Roadtrip zwischen Havel und Elbe.

Direkt vor dem Rathaus von Werben steht eine Bushaltestelle und verdirbt den Fotoblick. Eine Frau geht langsam vorüber in der sonst Menschenleere. Ein Linienbus kommt und hält an der Bushaltestelle. Kurze Zeit später folgt ein zweiter, er hält direkt vor unserer Bank. Kein Ausblick mehr auf das Nichtspassieren. Schulkinder steigen aus, sechs, sieben, schwatzen und gehen in verschiedenen Richtungen weiter. Wir sind verwundert, dass es Schule gibt in diesen angespannten Lockdown-CoronaZeiten. Vielleicht sind die Aussteigenden nur die halbe Besetzung des Wechselunterrichts. Sie sagen winkend „Hallo“ und fragen sich wahrscheinlich, warum auf der Bank vor ihrer Haltestelle jemand sitzt und isst. Kaum später fährt der Bus wieder weg. Der Platz vor dem Rathaus ist wieder leer, wir essen weiter. Eine schöne Fachwerkkulisse mit Zeichen des Verfalls. Auf dem Rathaus nisten Storche, wir schauen ihnen zu. 13 Horste sind in Werben besetzt, das erste Junge schlüpfte am 20. April 2021.

Wir fragen uns, wie es sich hier in Werben so lebt. Ohne Industrie, ohne Bahnhof und mit immer weniger Leuten. Ein Auto hält direkt neben uns, ein blonder Mann kurbelt die Scheibe runter. „Ich hab’ Euch schon in Rühstädt gesehen, ihr interessiert Euch für die Störche. Ich weiß hier einen guten Platz.“ Beim Elbtor. „Einfach an der bunten Tür melden, falls ich Euch nicht sowieso sehe.“ Wir sind perplex und freuen uns.  

Noch ein paar Minuten brauchen wir, packen unsere Thermoskanne und die leeren Tüten ein und gehen los. Eine Frau schaut aus dem Fenster, es gibt jetzt uns zu sehen. Wie muß es gewesen sein, als hier noch viele Menschen wohnten, die Wagen durch die Straßen ratterten, Pferde und andere Tiere auf dem Kopfsteinpflaster unterwegs waren. 
Vom Marktplatz führt uns der Weg in nördlicher Richtung zur Kapelle St. Spiritus. Es ist die Kapelle des 1313 gegründeten Hospitals zum „Heiligen Geist“. Später diente die stabile gotische Kirche als Lagerraum nicht für den Spiritus sondern das kostbare weiße Gut. Seitdem wird sie „Salzkirche“ genannt. Sie wird für kulturelle Veranstaltungen und als Standesamt genutzt. 

Storchendorf Rühstädt - Hansestadt Werben. Ein Mini-Roadtrip zwischen Havel und Elbe.
Weg an der „Salzkirche“

Vor den Häusern sind Rosen und Stockrosen gepflanzt, kleine nachdenkliche Gedichte auf deutsch und arabisch hängen an Wänden und Türen. Die Bedeutung einzelner Bauten und die Geschichte der Stadt wird auf Tafeln lustig, liebevoll und ausführlich erzählt. Bis wir beim Elbtor sind, vergeht viel Zeit.
Das Elbtor ist das einzig erhaltene von ehemals fünf Türmen, erbaut 1460 während der stolzen Hansezeit. Der Turm ist rund, gotisch, aus Backsteinen und daneben passt das einst wehrhafte Tor, das den wichtigen Weg zur Elbe schützte.

Mit etwas zerzausten blonden Haaren und seiner offenen, unkomplizierten Art öffnet uns der Mann, der uns aufgespürt hat, die Tür zum Turm. Wir steigen die Wendeltreppe hinauf. 
Die Stadt liegt uns zu Füßen und es ist einfach schön. Mein Blick schweift über die konzentrischen Kreise der Stadtanlage, über die Gärten der Ackerbürger, über landwirtschaftliche Flächen bis weit in das helle Grün der Niederungsgebiete an der Elbe. Wir können von oben in ein nahes Storchennest schauen, als wären wir eine Webcam. Unser Begleiter erzählt die Stadt lebendig. Vom Weg aus Werben gehen und vom Wiederkommen. Von der Oma und ihrem täglichen Plausch mit der Schulfreundin hinter den seit sie sich kennen stets gleichen Türen. Von den Häusern und ihren Erben, von den Störchen als hätten sie Namen. Von dem wie es war, hier aufzuwachsen. Die Highlights dieser Zeit, so nehme ich an, bleiben uns wohl verborgen.
Ich könnte ewig hier oben stehen, den Geschichten zuhören, über die Dächer in die grünwerdende Landschaft schauen. Sehen, wo einst die Schule war. Hören, dass einige auch zuziehen, Künstler und Musiker. Irgendwann trennen wir uns vom Blick über die Ziegeldächer und von den Erzählungen.

Ausgefüllt mit Geschichten gehen wir weiter. Am anderen Ende der kleinen Stadt steht die mächtige gotische St. Johanniskirche, Baubeginn war 1414. Innen ist sie sehenswert, doch jetzt geschlossen. Der Turm ist blau verhängt und eingerüstet.

Hinter der Kirche steht auf einem Gelände in etwas wildem Zustand das Romanische Haus. Es gehörte zur einstigen Komturei, der Domäne des Johanniterordens. Der Johanniterorden erhielt schon 1160 von Albrecht dem Bären eine Ordensniederlassung in Werben, der Askanier hatte die Johanniter im Heilige Land kennengelernt. Das Romanische Haus von 1180, auch Lambertikapelle genannt, dieser unauffällige Bau aus Backsteinen ist der älteste Profanbau Norddeutschlands. Zumindest einer der ältesten.
Wir gehen am Café Lämpel vorbei, das hoffentlich bald wieder öffnen darf. Die Hansestadt Werben wäre ein entspannter Ort, um einen Roman zu schreiben.

Das waren die Reisefrequenzen, heute zwischen Havel und Elbe. Beim Wehr in Gnevsdorf, bei den Störchen in Rühstädt und in der Hansestadt Werben.

Tipps:

Wo: Die Mündung der Havel bei Gnevsdorf. Das Storchendorf Rühstädt. Beides nördlich von Havelberg.
Die Hansestadt Werben knapp westlich der Elbe in Sachsen-Anhalt. 
Was: Schauen und Flanieren, ein Dorf, eine Stadt und die Storche. Elbe und Havel.
Mitnehmen: Fernglas und Picknick.
Info: Der Elberadweg verläuft auf beiden Seiten der Elbe. Die Tour ist mit dem Fahrrad gut machbar.
Infos zu Werben: http://www.werben-elbe.de/tourismus. Im Elbtorturm befindet sich die Heimatstube.
Achtung: auf der angegeben Seite sind auch die Fährzeiten der Fähre bei Rädel je nach Saison genannt.
Am Gnevsdorfer Wehr gibt es eine Schutzhütte.
Inspiration: mehr zu den Johannitern in der Komturei Lietzen. Von Tempelrittern, Kirche und Speicher.
Foto: Das Beitragsfoto und die Storchenfoto im Beitrag sind von Andreas Trapp – mit Dank. Seine vielfältigen Fotos sind hier zu finden: https://www.facebook.com/andreas.trapp953
♥️ Unser Lieblingsplatz: Eine schwierige Wahl. An der Mündung der Havel, bei den Störchen in Rühstädt, auf dem Elbtorturm in Werben.

2 Gedanken zu „Storchendorf Rühstädt – Hansestadt Werben. Ein Mini-Roadtrip zwischen Havel und Elbe.“

Schreibe einen Kommentar

Wir freuen uns über Feedback

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Mit Absenden Ihres Kommentars werden Ihre Einträge in unserer Datenbank gespeichert. → weitere Infos in unserer Datenschutzerklärung