Vehlefanz – Schwante – Kremmen – Wustrau. Eine Erkundungstour bis zum Ruppiner See.

Reisefrequenzen
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Vehlefanz - Schwante - Kremmen - Wustrau. Eine Erkundungstour bis zum Ruppiner See.
Vehlefanz - Schwante - Kremmen - Wustrau. Eine Erkundungstour bis zum Ruppiner See.
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Hallo! Hier sind die Reisefrequenzen. Heute mit einer Tour von Vehlefanz über Schwante und Kremmen nach Altfriesack und Wustrau. Grob gesehen folgen wir der eiszeitlichen Rinne des Kremmener und Bützer Rhins bis zur südlichen Spitze des Ruppiner Sees.

Das sind ungefähr 30 Kilometer, per Rad oder Zug oder Auto, alles ist möglich. An einem Sonntag machen wir uns auf den Weg in die Gegend nördlich Berlins, nicht weit von der Großstadt in eine ganz andere Welt. Wie immer nehmen wir Euch und Sie auf unsere Erkundungen gerne mit.

Vehlefanz und der Mühlensee

Wir stoppen zuerst in Vehlefanz, dem Platz mit dem ungeklärten Namen. Doch überflüssiger Firlefanz in dieser seit Jahrtausenden besiedelten Gegend wäre ein Trugschluß. 
Eine Bockwindmühle steht auf einer kleinen Anhöhe und wartet an diesem heißen Sommertag sehnsüchtig auf den Wind. Sie ist verschlossen und es bleibt uns verbogen, ob und wann sich ihre Tür wieder öffnet. Seit 1815 hat sie dort Mehl gemahlen, seit 1991 ist sie ein museales technisches Denkmal. Am Fuße der Mühle hängt eine Karte der Umgebung. So verfehlen auch wir nicht den kurzen Weg durch die Wiesen zum Mühlensee. Das Gras ist verdorrt nach der sengenden Hitze der gleißenden Tage. Wir freuen uns über die letzten Mohnblüten zwischen goldgelben Halmen.

Vehlefanz - Schwante - Kremmen - Wustrau. Eine Erkundungstour bis zum Ruppiner See.

Der Mühlensee ist anders als die allermeisten Brandenburger Gewässer kein Überbleibsel der Eiszeit oder eine der ausufernden Buchten der Havel, sondern ein aufgestauter Wasservorrat zur landwirtschaftlichen Nutzung. Am Schilfrand des Sees steht der Bohlensteg im grünlichen Wasser und trägt unseren Wanderweg. Das ist eine schöne Strecke. Gegenüber stehen drei Kühe im Wasser und staksen zu ihrer Erfrischung im kühlenden Naß. 

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Wir suchen die Motte. Das ist der aufgeschüttete Hügel, der Botscheberg, auf dem einst die Burg von Vehlefanz stand. Die Motte, die in unserer brandenburgischen Gegend so selten ist und sonst in Europa fast überall vorkommt. Wir finden sie nach dem Abzweig vom See Richtung Dorf. Von der Burg, die einstmals dort oben stand, ist nichts vorhanden. Bleibt die Motte, der aus Sand und Kieseln aufgeschüttet Burghügel. 
Als Ersatz für diese Wasserburg wurde 1786 das Amtshaus errichtet, in dem Napoleon 1812 kurzfristig sein Hauptquartier nahm. 

Und plötzlich wird mitten im kleinen Vehlefanz unser Fernweh nach Süden erfüllt. Es ist heiß, der Himmel ist blau und auf dem Gehsteig liegt eine tote Schlange. Am Wegesrand wächst ein Maulbeerbaum und wir naschen die wunderbar süßen, hochreifen Früchte. Sein Vorgänger wurde einst im Auftrag Friedrich II. gepflanzt. Ein paar Schritte weiter gedeiht ein Ceanothus, die aus Kalifornien kommende Säckelblume, die ihre unzähligen himmelsblauen Blüten am liebsten bei Trockenheit und Sonne zeigt. Eine südamerikanische Araukarie grüßt aus dem Garten. Während wir nur ein paar Schritte über die heiße, menschenleere Dorfstraße gehen und ganz nah an Berlin erstaunlich viele verfallende Häuser sehen.

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Die Kirche aus Feldsteinen wurde nach dem 30jährigen Krieg umgebaut und steht sicher über dem Luch auf einer Anhöhe. 
Vehlefanz ist eine Station für Entdecker der kleinen Schönheiten. Der Heimatverein hat sie ausgeschildert und auf Hinweistafeln ausführlich beschrieben.

Die Milch-Tankstelle und der Eis-Pavillon

Wir machen uns auf nach Schwante. Doch der nächste Halt ist zuvor an der Milch-Tankstelle. Dort gibt es ab 4 Uhr morgens frische Kuhmilch zum Kaufen und aus der Regio-Box ziehen wir eine Wasserbüffelwurst für später. Nur das leckere Eis aus dem Eis-Pavillon gibt es noch nicht, wir sind zu früh dran. 
Drei Kilometer bis Schwante.

Schwante  – „Everything is going to be allright“

Auch Schwante ist nah am Wasser gebaut und von unzähligen Gräben durchflossen. Das Schloss oder Gutshaus liegt am Ende einer langen Allee, bevor wir es genauer betrachten können stoppt uns ein Schild „privat“. 1741 bauten Erasmus Wilhelm von Redern und seine Frau Catharina Elisabeth auf den Kellern eines Vorgängerbaus eine prestigeträchtige Dreiflügelanlage. 1888 kaufte Richard Sommer das Gutshaus, 1924 erwarb es der spätere Stahlhelmgauführer des Havellands Vicco von Bülow-Schwante. Nach dem Krieg war der dann Aufsichtsratsmitglied der Stahlindustrie in Düsseldorf. Jetzt gehört das Gutshaus, das lange schon Schloss genannt wird, einem Kunstberaterpaar aus Berlin und der Weg ist versperrt. 

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Statt des Weges gibt es einen Skulpturengarten mit Werken international bekannter Künstler, in dem während des Sommers ein abwechslungsreiches Kulturprogramm stattfindet. Doch, sorry, 12 Euro Eintritt sind uns zu teuer und wir gehen auf einem Fußweg drumerhum und schauen uns die Kunstwerken von außen an. Ein Herr kommt uns entgegen, er trägt einen Schirm in bunten Regenbogenfarben und schützt sich so vor der Sonne. „Mach ich immer so“ murmelt er, zeigt auf die Kunstinstallationen und nickt uns freundlich zu. 
Hinter dem Schloss steht der alte, aus Backsteinen errichtete Wasserturm von 1870, schön renoviert und zu einer Wohnung mit Atelier umgebaut. Ihn umgeben die riesigen ebenfalls backsteinernen Wirtschaftsgebäude eines der ehemals größten Güter der Gegend im Ländchen Glien. 

In einem der Wirtschaftsgebäude, hinter einem vielfarbig blühenden Rosengarten, hat das MTO seinen Sitz. Der Musik – und Theaterverein Oberkrämer ist eine Institution. Musik- und Theaterschule und eine international besetzte Kulturbühne, auf der spitzenbesetzte Konzerte in privater Atmosphäre und dichtem Flair gespielt werden. Ein Kleinod von Monta und Jochen Wermann. 

Wir spazieren zum Schlosshof zurück. Im Backsteinhaus ist das Restaurant, dessen Außenbereich geöffnet ist. Ein sehr entspanntes Ambiente auf der Wiese unter Bäumen, ein wohlschmeckendes kleines Angebot der leicht überteuerten Gastronomie. Es ist ein Ort, an dem wir lange bleiben könnten. 

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„Everything is going to be allright“ steht in großen Metallbuchstaben im See geschrieben, es ist ein Kunstwerk von Martin Creed. Am Ufer schwingt eine Hängematte, doch sie ist leider besetzt. 
Fünf Kilometer weiter sind wir in Kremmen. 

Sonntags in Kremmen 

Kremmen an einem Sommersonntagnachmittag. Durch die sehr stille Innenstadt spazieren wir zur Kirche St. Nikolaus, sie ist das älteste Gebäude in Kremmen. Unten Feldstein, oben Ziegel. Um 1250 stand der erste Bau, die heutige Kirche wuchs in mehreren Umbauphasen hauptsächlich im 15. Jahrhundert auf ihrem heute so ruhigen Platz zwischen den kleinen Kremmener Häusern. Ursprünglich war ihr Turm deutlich höher, doch 1917 traf ihn der Blitz. Später wurde er unverhältnismäßig gedrungen wieder aufgebaut. Die Eingangstür ist geöffnet, St. Nikolaus gehört zu den „Offenen Kirchen“. Wir treten in einen unerwartet weiten Raum und ich bin verzückt von einer teilweise barocken Innenausstattung aus den Jahren um 1680. Sie ist nicht böhmisch-bayrisch raumgreifend, sondern sehr norddeutsch und ein wenig dilettantisch, das macht sie mir so sympathisch. Auf dem Altarbild, gestiftet von Marco von der Lüttken und seiner Ehefrau Florentine, sind die letzten Tage Christi und die Auferstehung zu sehen. Ganz unten sind die Opferung Isaaks und der Prophet Jona in Medaillons dargestellt.
Im Deckel der ebenfalls barocken Kanzel schwebt direkt über dem Platz des Predigers eine gemalte Taube. Sie sieht aus, als hätte ein gelangweilter Pastor einst selbst zum Malzeug gegriffen.

Meine Lieblinge sind die Apostel an der erhaltenen südlichen Empore. Sie wurden 1693 in ihren hochherrschaftlichen barocken Kleidern wie aus der Zeit gefallen porträtiert und sehen trotz ihrer Symbole und Marterwerkzeuge wie noble Stadtverordnete aus. Sie tragen lange, teils gewellte Perücken und zeigen recht feiste Gesichter. Der Maler war wahrscheinlich der Bürgermeister. Historiker vermuten, es handelt sich um Kremmener Ratsherren, realistisch wiedergegeben. Manche schielen.
Mein Highlight ist König David, der unter der Patronatsloge auf die Holzfläche aufgemalt ist. Er sieht aus wie ein barocker Herrscher, dem nach gutem Essen und Trinken kurzzeitig die Regierung von Juda egal geworden ist. Die Harfe weglegen und auch die Krone und einfach entspannen. 

Vehlefanz - Schwante - Kremmen - Wustrau. Eine Erkundungstour bis zum Ruppiner See.

An der Außenwand der Kirche entdecken wir auffällige Kratzspuren und Mulden und lesen von Fieberlöchern. „Fieberlöcher“, „Pestlöcher“ oder auch Schabemale sind für uns vollkommen neue Worte. Mit Messern, Münzen oder Hufeisen wurden kleine Splitter aus den Ziegeln des Mauerwerks herausgekratzt. Der Sinn und Zweck konnte sehr unterschiedlich sein und war tiefst symbolisch. Steinstaub der Kirchenwand wurde mit Flüssigkeit vermengt getrunken und brachte so hoffentlich die erwünschte Heilung von Fieber und anderen Krankheiten.

Auf unserem Weg zum Marktplatz schaut eine Frau aus einem Fenster des ältesten Hauses in Kremmen und versucht mit der Fliegenklatsche eine Wespe zu vertreiben. „Ja, es wohnt sich schön hier“, erzählt sie uns, „seit so schick renoviert ist“.  
Der Marktplatz gleicht einer Zeitreise, würden nicht die Autos auf dem Pflaster parken. Fast alle Ackerbürgerhäuser sind noch erhalten, Treppenstufen führen zu Wohnungen und in die Läden hinein, unter den Linden stehen Bänke und an der Breitseite regiert das neoklassizistische Rathaus von 1841.
Hinter einem Torbogen liegt das Glück des Genusses. Nur ein handgemaltes Schild in schwarz und weiß zeigt in die „Alte Lebkuchenfabrik“. Wir schlendern unter dem Bogen hindurch in einen verwunschenen Innenhof. Verschnörkelte Metallstühle und eine Hollywoodschaukel im Shabby-Chic-Stil stehen zwischen sorgfältig arrangierten Pflanzen. Hier wurden früher von der Firma L. Wiegmann Lebkuchen gebacken, abends brachte ein Pferdefuhrwerk die Produktion zum Kremmener Bahnhof und von hier ging es weiter in die ganze Welt, angeblich sogar bis nach Australien. Im Frühjahr wurde der Pfefferkuchenteig angerührt, im Herbst ausgebacken und in Blechdosen gefüllt. Die Geschichte nimmt eine tragische Wendung. Der Erbe der Bäckerei, Paul Max Wiegmann, stirbt 1945 in russischer Kriegsgefangenschaft. Das war das Ende der Firma Wiegmann. Inzwischen hat die Lebkuchenfabrik als Café und Pension eine neue Betreiberin, die ihre Gäste verwöhnt. Es gibt leckeres Lebkucheneis, hausgemachte Kuchen und kleine Speisen. Ich esse einen Kuchen mit Beeren und Mascarpone, es sollte nicht ganz so reichhaltig sein.

Die letzte Station unseres Besuches in Kremmen ist das Scheunenviertel am Rande der Stadt. Fast 40 Gebäude stehen in Dreierreihe aneinandergebaut. Einem Erlass von 1659 folgend mussten die Scheunen nach Brandkatastrophen raus aus der Stadt. Der Mertepfuhl, ein Löschteich, wurde für den Fall der Brandfälle mitkonzipiert.
Wir kommen ein wenig spät, der Flohmarkt geht zu Ende, die Biker des Bikertreffs sind schon im Aufbruch und der Herr von der Touristeninformation verschließt uns die Tür vor der Nase. Er zeigt auf seine Armbanduhr und murmelt nur „16 Uhr“. Das stimmt auf die Minute genau. 
Jetzt würden wir gerne noch einen Abstecher zu Kunst&Beeren am Ruppiner Kanal machen, doch für die Comedy Lesung am heutigen Abend ist es noch zu früh und wir wollen weiter. Das Wiesencafé Luchblick wäre ein guter Ort für topfrische Beeren, Gemüse und einen verwöhnten Regionalgaumen. Es muss bis zum nächsten Mal warten.
Wir wollen weiter nach Altfriesack und Wustrau.

Das südliche Ende des Ruppiner Sees in Wustrau-Altfriesack

Wustrau-Altfriesack wie der Ort offiziell heißt, liegt am südlichen Ende des Ruppiner Sees und am nördlichen Ende des Bützsees

Vehlefanz - Schwante - Kremmen - Wustrau. Eine Erkundungstour bis zum Ruppiner See.

Wir stehen auf der Klappbrücke an der Schleuse des Rhinkanals und fühlen uns holländisch. Die ersten Siedler in Friesack kamen aus Friesland und brachten ihre Traditionen mit. Unter uns im Kanal beobachten wir ein Paar im grünen Boot beim Angeln. Altfriesack ist immer noch ein Fischerdorf. Aus der langen Siedlungsgeschichte stammt der hölzerne Pfahlgott, der im 5. Jahrhundert von den slawischen Zamzizi gemeißelt wurde. Ihr Heiligtum zerstörten germanische Zuzüglern und der Pfahlgott ist inzwischen im Berliner Neuen Museum. An der Schleuse steht eine moderne Interpretation des alten slawischen Gottes, breitbeinig und mit ernstem Gesicht.

Vehlefanz - Schwante - Kremmen - Wustrau. Eine Erkundungstour bis zum Ruppiner See.

Unsere letzte Station ist Wustrau. Ein großer Dorfanger, ein repräsentatives Schloss, der hell aufragende Turm der Dorfkirche und der Hinweis zu einer Badestelle. Das ist der alte Ortskern. Wir gehen einmal hin und einmal her und wieder hin. Unterwegs entdecken wir ein schmuckes barockes Portal mit Hermenpilastern von Friedrich Christian Glume verziert, das in einen dunklen Minihügel führt. Was wie der Eingang in eine fremde Welt anmutet, ist seit 1750 der Eiskeller, der Kühlschrank der damaligen Zeit. Heute ist er ein ausgewiesenes Fledermausquartier. Fast nebenan steht Café Constance seit 1908, ein Geschenk des damaligen Grafens an seine Frau.
Aller Anfang war Wustrau. Jedenfalls für Theodor Fontane, den berühmtesten Nicht-Wanderer der Mark. Hier, am Ruppiner See, beginnt der erste Band seiner berühmten „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ von 1862. In Wustrau will er uns zeigen „dass es in (der) Nähe auch nicht übel sei und dass es in Mark Brandenburg auch historische Städte, alte Schlösser, schöne Seen, landschaftliche Eigentümlichkeiten und Schritt für Schritt tüchtige Kerle gäbe“. 
Oder einfach und anders gesagt: Nah ist’s auch schön.

Wir zitieren Fontane. „Wustrau liegt an der Südspitze des Sees. (…) Das eigentliche Dorf, saubere, von Wohlstand zeugende Bauernhäuser, liegt etwas zurückgezogen vom See; zwischen Dorf und See aber breitet sich der Park aus, dessen Baumgruppen von dem Dache des etwas hoch gelegenen Herrenhauses überragt werden. Dieses letztere gleicht auf ein Haar den adligen Wohnhäusern, wie sie während der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in märkischen Städten und Dörfern gebaut wurden. Unser Pariser Platz zeigt zu beiden Seiten noch ein paar Musterstücke dieser Bauart. Erdgeschoß und Beletage, ein hohes Dach, ein Blitzableiter, zehn Fenster Front, eine Rampe, das ganze gelb getüncht und ein Wappen oder Namenszug als einziges Ornament. So ist auch das alte Herrenhaus der Zieten, das freilich seinerseits eine reizende Lage voraus hat. Vorder- und Hinterfront geben gleich anziehende Bilder. Jene gestattet landeinwärts einen Blick auf Dorf, Kirche und Kirchhof, diese hat die Aussicht auf den See.“

Am Ruppiner See. Theodor Fontane

Das Schloss in Wustrau zeigt seine sanierte Fassade, trotz der leicht despektierlichen Beschreibung Fontanes sieht es beeindruckend neobarock aus. Nur der Park, der einst bis zum See ging, ist zerteilt und zersplittert und statt das die Grafen von Zieten mit ihren Damen am Ufer flanieren gibt es dort nun eine idyllische öffentliche Badestelle mit Steg und DixiWC. 
Das alte Gutshaus war 1699 der Geburtsort von Hans Joachim von Zieten, dem berühmtesten Reitergeneral der preußischen Geschichte und einem engem Vertrauten Friedrich II. Seit 1726 lebte der „alte Zieten“ wieder hier, Friedrich II. unterstützte den gräflichen Schlossneubau ab 1747 mit kostenlosen Holzlieferungen und Kalksteinen aus Rüdersdorf.  Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts baute Graf Albert-Julius von Zieten-Schwerin noch mal um und das Schloss bekam seine heutige Fasson. Während des Zweiten Weltkrieges war es Sitz der SS-Führungsdienststelle und der SS-Wehrwirtschaftsführung, die von hier aus die Ausbeutung der eroberten Gebiete im Osten plante. Nach 1945 wurde das Schloss enteignet und geplündert. Heute ist es die ansehnliche Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie.

Vehlefanz - Schwante - Kremmen - Wustrau. Eine Erkundungstour bis zum Ruppiner See.

Schräg gegenüber steht die Kirche, ihre Feldsteinmauern sind zart verputzt, der neoromanische Chorumbau steht unter Bäumen. An der Seite der Mauer hängt ein riesiger Walfischzahn und auf dem Friedhof und in der Kirche sind die von Zietens bestattet. 

Wir spazieren durch den verwilderten ehemaligen Park, werden von Mücken maltretiert und bevorzugen nach unserem Rundgang die moskitofrei Marina. Ein Denkmal erinnert an eine kindische Seeschlacht zwischen dem jungen Junker von Zieten und dem von Knesebeck aus Karwe. 

Vehlefanz - Schwante - Kremmen - Wustrau. Eine Erkundungstour bis zum Ruppiner See.

Unser letzter Stopp ist das Restaurant Theodors am Ufer des Sees. Für mich gibt es die leckerste Creme Brulée meiner Erinnerung, köstlich.

Dann setzen wir uns in die Liegestühle und schauen auf das weiche Abendlicht über dem Ruppiner See.

Vehlefanz - Schwante - Kremmen - Wustrau. Eine Erkundungstour bis zum Ruppiner See.

Das waren die Reisefrequenzen. Heute in Vehlefanz, Schwante, Kremmen, Altfriesack und Wustrau. Eine Erkundungstour bis zur südlichen Spitze des Ruppiner Sees. Nah ist‘s auch schön.

Mit Dank dem Kollegen Holger, ohne ihn wären die heutigen Reisefrequenzen ziemlich mager.

Tipps:
Was/Wo: Ein Ausflug von Vehlefanz nach Wustrau, am Besten mit dem Rad oder dem Auto, es geht auch mit dem Zug. Nördlich von Berlin bis zur südlichen Spitze des Ruppiner Sees.
Inspiration: Badestelle am Ruppiner See in Westrau, der Mühlensee zwischen Vehlefanz und Schwante ist zum Baden nicht geeignet. Bootsverleih in Wustrau
Museen: In Vehlefanz die Bockwindmühle.
In Wustrau das Heimatmuseum über die Preußische Geschichte im Kleinen http://heimatverein-wustrau.de/Heimatmuseum.htm und das Brandenburg-Preußen Museum über den weiteren Blick in die brandenburg-preußische Geschichte. https://www.brandenburg-preussen-museum.de/willkommen.html.
Kunst&Kultur: Schwante Skulpturenpark
Schwante MTO https://musikundtheaterverein.de
Kremmen Kunst&Beeren http://www.kunst-beeren.de/veranstaltungen/
Food/Stay: Vehlefanz Milch-Tankstelle. Schwante Schloss, Kremmen “Alte Lebkuchenfabrik” https://www.lebkuchenfabrik.com, Wustrau Theodors https://theodors.de/restaurant
♥️ Unser Lieblingsplatz: Heute ist der Lieblingsplatz der Genuss. Im Schlosspark in Schwante, in der Alten Lebkuchenfabrik in Kremmen und im Theodors in Wustrau.

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2 Gedanken zu „Vehlefanz – Schwante – Kremmen – Wustrau. Eine Erkundungstour bis zum Ruppiner See.“

  1. Liebe Marike
    Den Text fand ich wieder wunderbar. Und Schwante hast du kalt gestellt. Die Apostel finde ich wirklich witzig. Am Samstag fahre ich mit dem Kolbe-Verein nach Schwante. Bin dann eher gespannt, was drumherum ist. In Kremmen war ich lange nicht mehr.
    Liebe Grüße
    Friederike

    Antworten
    • Liebe Friederike,
      lieben Dank fürs Lesen/Hören! Ich bin gespannt, was Du aus Schwante berichtest und wünsche Dir einen sehr schönen Tag dort!
      Liebe Grüße!

      Antworten

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