Paphos/Zypern. Tipps für den Rundgang vom Hafen zu den Sehenswürdigkeiten der attraktiven Altstadt.

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Paphos/Zypern. Tipps für den Rundgang vom Hafen zu den Sehenswürdigkeiten der attraktiven Altstadt.
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Hallo! Hier sind die Reisefrequenzen. Heute unterwegs in Paphos, unserem Sehnsuchtsziel ganz im Westen der Mittelmeerinsel Zypern. Wir schauen uns mit Euch um und flanieren auf einem Rundgang vom Hafen bis zur Altstadt von Paphos. 

Die Stadt Paphos hat viele Gesichter. Sie war eine Großstadt in der Antike, ist eine Mittelpunktstadt für zahlreiche Dörfer und eine Touristenhochburg für rötliche, sonnencremegetauchte Körper. 
In Paphos gibt es mehr zu entdecken, als es auf den ersten Blick scheint. 
Paphos sind mindestens drei. Das touristische Untere/Káto Paphos am Meer. Das antike griechisch-römische Ausgrabungsfeld Néa Paphos, das ebenfalls an der Küste liegt. Und die Altstadt auf dem sicheren Felsplateau, unser Ziel, das Obere/Páno Paphos. Páno Paphos liegt auf einem Hügel und ist die Stadt der Paphiten. Und der kleinen Gassen um Moschee, Kirche und Museen. In diesem Dreigespann der Sehenswürdigkeiten fehlt noch die vierte Schwester. Sie liegt beim heutigen Dorf Kouklia fernab vom Meer, heißt Alt-Paphos und beherbergte einst das zentrale Aphrodite-Heiligtum der antiken Welt. 

1. Von der Strandpromenade zum Hafen

Wir beginnen unsere Erkundung in Káto Paphos am Meer. Eine fast fünf Kilometer lange attraktive Strandpromenade ist unser Weg am verführerischen Mittelmeer. Der Zugang zum Strand ist wie überall auf Zypern offen für alle, kein Küstenabschnitt darf privat und verschlossen sein. Hotel reiht sich an Hotel und landeinwärts wartet die optimierte touristische Infrastruktur. 
Am westlichsten Punkt der Uferpromenade schaukeln Boote im kleinen Hafen von Paphos. Die Besatzungen der Ausflugsdampfer buhlen um Gäste und die Restaurants werben um Nutzer.
Ein überschaubares viereckiges Kastell, das 1529 von den Osmanen wieder aufgebaut wurde, überragt die Anlegestellen. Heute ist es ein kleines Museum mit schönem Meer- und Weitblick von der Dachterrasse, ein Tipp für den Besuch in Paphos. 

Paphos/Zypern. Tipps für den Rundgang vom Hafen zu den Sehenswürdigkeiten der attraktiven Altstadt.

2. Der Archäologische Park der antiken Stadt

Direkt vor dem Hafen ist die moderne Eingangskontrolle zur antiken Stadt Néa Paphos. Die alte Stadt existierte auf einer riesigen Fläche und ihre erhaltenen Strukturen gehören heute zum Weltkulturerbe der UNESCO und zu den Top-Sehenswürdigkeiten auf Zypern. Im 4. Jahrhundert v. Chr. gründete der letzte Priester-König von Alt-Paphos diese Stadt am Meer und nannte sie „die Neue“/Néa. Später war die ptolemäische Gründung der Standort des römischen Gouverneurs und Hauptstadt der römischen Provinz Zypern.
Der Hafen wurde damals zum Wachstumsmotor. Alle Pilger, die zum Heiligtum der Aphrodite wollten, die süchtig nach Liebe und Schönheit waren, kamen hier an. Großartige Villen mit Meerblick wurden konzipiert, Theater und kommunale Gebäude prägten die Stadt. 
Nach langen Jahrhunderten ist Vieles vergangen, doch noch immer sind die Mosaiken der römischen Fußböden fantastisch erhalten. Die Geschichte, Geschichten und Relikte dezidiert zu beschreiben wäre ein eigener Blogpost. 
Kurz nominiere ich meine Lieblingsorte und -sehenswürdigkeiten im „Archäologischen Park“ Néa Paphos.
Das Haus des Dyonisos in dem die Mosaiken von Liebe, Leid und Wein erzählen. Das Haus des Äon, dessen Fußböden von einem Schönheitswettbewerb Ruben’scher Damen berichten. Und von einem gruseligen göttlichen Mord durch Hautabziehen. (Derzeit, Herbst 2021, geschlossen)

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Mosaiken im Archäologischen Park Néa Paphos

Das Haus des Theseus, in dem jeder den roten Faden der Ariadne finden kann. Ein Odeon, ein Asklepion zur Heilung der Kranken, die Agora. Die Reste einer Burg mit ihren vierzig umgefallenen Säulen.
Zwar stehen kaum aufrechte Wände und kein einziges Dach, doch die leuchtenden Steinchen am Boden, auf denen einst die Füße der Römer liefen, sind eine Pracht. 
Auf einer kleinen Anhöhe steht ein Leuchtturm aus britischer Zeit und strahlt weiß ins Himmelblau.

Paphos/Zypern. Tipps für den Rundgang vom Hafen zu den Sehenswürdigkeiten der attraktiven Altstadt.

3. Die Säulen der größten frühchristlichen Basilika

Aus der faszinierenden Antike machen wir uns auf den Weg in die Altstadt, in das Obere oder Páno Paphos. Die Altstadt von Paphos ist ein Hidden Gem.
Wir gehen zu Fuß. Wer die schattenlose Hitze und das stete Bergauf während der nächsten 40 Minuten meiden möchte, nimmt den Bus 610 ab Busbahnhof am Hafen bis zur Station am Markt. 
Unterwegs gibt es zwei legendäre Komplexe. Die Basilika von Chrysopolitissa ist der Name eines weitläufigen Areals, auf dem neben vielen gut erhaltenen eine abgeschlagene und oben gerundete Säule steht. Das war, so erzählen Legenden, die Säule der Strafe. Das war die Säule, an die der Apostel Paulus gebunden und ausgepeitscht wurde, weil er die pagane Stadt in römischer Zeit vehement christlich missionierte. Die Apostelgeschichte beschreibt seine Reise über Zypern nach Paphos. 
Der sakrale Komplex ist viel mehr als die Säule. Hier stand die größte frühchristliche Basilika Zyperns. Davor liegt das Grab eines dänischen Königs, der auf einem kriegerischen Kreuzzug eher zufällig hier verstarb. Nebenan ist das alte Hamam längst ohne Wasser unter dem Sternengewölbe. Im Mittelalter wurde das Gelände mit der kleinen fränkischen Kirche Agia Kyriaki Chrysopolitissa überbaut, die heute ökumenisch genutzt wird und bei Hochzeitspaaren beliebt ist. 

4. Das Heiligtum der Solomoni

Vielleicht sind die Liebenden zuvor an dem knorrigen uralten Baum vorbeigegangen, der direkt am Straßenrand steht. Das Heiligtum der Agia Solomoni. Hunderte Taschentücher und Fetzen hängen an den Zweigen und Ästen dieses Baumes, der eine Terpentinpistazie ist. Ihre Wurzeln sind tief in einer hellenistischen Grabkammer versenkt. Wir gehen die Treppe hinab ins Dunkel, ganz unten blubbt das Wasser einer Quelle. Der Legende nach suchte in römischer Zeit die Jüdin Solomoni hier Schutz vor ihren Verfolgern. Die Römer jedoch vermauerten sie in der Höhle. Solomoni starb einen qualvollen Tod. Als sie die Höhle später öffneten, entstieg die Frau überraschend lebendig. Seitdem herrscht der Brauch, Taschentücher an den Baum zu binden und damit um Heilung von allen Leiden zu bitten, insbesondere um einen Aufschwung in schwierigen Liebesdingen.

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Das Heiligtum der Agia Solomoni in Paphos. Taschentücher hängen an einem Baum.

Es ist heiß, der Verkehr auf der Hauptstraße ist laut. Es bleibt spannend. Rechterhand liegt hinter den Katakomben des Fabrika Hügels das griechisch-römische Theater. Dann biegen wir links ab und kommen oben an. 

5. Die orientalische Altstadt ist ein Hidden Gem, ein Juwel

Das alte Paphos liegt wie auf einem natürlichen Felsbalkon hoch über der Küste. Die Häuser leuchten in bunten Farben. Diese ruhige Oberstadt mit ihren Gassen und kleinen Plätzen ist unser Ziel. Die Altstadt von Paphos ist für das europäische Kulturhauptstadtjahr 2017 großzügig restauriert worden und abseits der antiken Ausgrabungen und der Touristenhochburg das faszinierende Gesicht Zyperns. 
Auf einem kleinen Markt werden Mandarinen und Granatäpfel angeboten. Gegenüber steht das alte türkische Bad, inzwischen beherbergt es eine Bar. Dieser Platz ist der Vorplatz der Bühne, die direkt darüber liegt. Vom edel neu gestalteten Podium schweift der Blick grandios zur Küste, die ganze Stadt liegt unter uns. Der Horizont das endlose Meer. Der Ausblick von dieser Terrasse ist zu jeder Tages-, Sonnenuntergangs- und Nachtzeit eindrücklich schön. 
Gegenüber steht in rot das pompöse Rathaus der ehemaligen englischen Kolonialherren und die prächtige einstmals britische Post. 
Hier beginnt das ehemalige türkische Viertel Ktima. Nicht Größe sondern eine fast dörfliche Stimmung prägen Ambiente und Flair. Kleine Geschäfte, Cafés und Bars, Galerien, Street Art und zwischendrin ein Souvlaki Stand in einer Garage. Der totale Kontrast zum Tamtam am Meer. 

Viele Gebäude in der Altstadt von Paphos erzählen von der Zeit vor 1974, von der Zeit vor der Teilung Zyperns. Sie erzählen aus einer Zeit, in der Muslime und Christen hier lebten und Paphos mehr Orient als Okzident war. 
Für Hungrige ist Christos Grill und Seafood am Markt eine gute Empfehlung.
Wir jedoch schlendern weiter mit Lust auf Stadt. Die verwinkelte überdachte Markthalle war ein Bazar mit zahlreichen kleinen Läden. Derzeit steht sie, coronageschädigt, leer. Ein Labyrinth vergangener Einkaufszeiten. 
Plötzlich stehen wir in der hellen Sonne der Straßen der Altstadt von Paphos. Vor uns erhebt sich das schlanke Minarett einer Moschee aus dem Häusergewirr. Die Kebir-Moschee/Büyük Camii war ursprünglich und bis zur osmanischen Eroberung eine katholische Kirche aus dem 13. bis 14. Jahrhundert und wurde vermutlich die erste osmanische Moschee auf Zypern. Auf dem Platz vor dem steinernen Gebäude stehen Bänke und sorgsam angelegte Kräuterbeete duften mediterran, Ruhe und Wärme sind der Teppich in diesem Alstadtviertel.

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Die Moschee in Ktima war früher eine Kirche

Vor einem kleinen stylishen Café trinken wir frisch gepressten Orangensaft. Nach ein paar Schritten gen Westen entdecken wir den Han Ibrahim. Das ehemalige orientalische Geschäftszentrum mit Platz für Kamele ist zum Kulturzentrum umgebaut. Mich fasziniert die Symbiose alter und moderner Architektur. Es gibt kleine Läden für Kunsthandwerk und eine Theaterbühne. 


Kurz vor dem Han Ibrahim ist das Café Bistro Beatriz einer meiner Lieblingsorte in Páno Paphos. Kleine Snacks und Getränke und hübsche Fußbodenfliesen. Nebenan werden lokale Spezialitäten, eingelegte Früchte, getrocknete Feigen, Honig, Olivenöl und geflochtene Körbe in bunten Farben verkauft. 
In der Vladimirou Irakleous Straße ist das alte Elektrizitätswerk/Palia Ilektriki jetzt ein moderner Ausstellungsraum im Industriedesign mit einem ausgezeichneten Restaurant.
Die ehemals kahlen Brandwände der Nebengassen haben Street-Art-Künstler als Fläche genutzt. Es ist eine Atmosphäre mit einem Hauch von Wehmut nach Vergangenheit.
Nach ein paar Wegminuten stehen wir am verkehrstosenden Kennedy Square. Gegenüber plätschern Springbrunnen, die nachts beleuchtet sind und die Kinder lieben. Dahinter steht der abweisende Bau der Polizeistation mit seinen wie überall auf Zypern traditionell grün gestrichenen Fensterläden. 
Wir sind im ehemals britisch-kolonialen Verwaltungs- und Schulcampus der Stadt Paphos angekommen. 


Zwischen Bibliothek und Rathaus ist ein langer Platz mit geradezu olympischer Grandezza neu angelegt und rezitiert die Antike. Am Ende der Promenade liegt der Eros Square. Dort bietet nicht nur für Liebende die Koutouro Kafenion und Ouzeria gutes Essen an. Ein Abstecher rechterhand führt zur Kommunalen Art Gallery, heute ist sie geschlossen. Durch die verwinkelten Gassen hinter dem Platz des Eros flanieren wir zur kleinen Kathedrale Agios Theodoros und zum bischöflichen Palast. Ganz in der Nähe steht das private Ethnografische Museum der Familie Eliades, das uns ins Leben der Paphiten im 19. Jahrhunderts beamt. 

Zum Schluss unseres Rundgangs durch die Altstadt von Paphos haben wir immer noch Glück. In der angesagten und turbulenten Bar „Muse“ ergattern wir einen Platz direkt am Geländer des Felsenbalkons mit fantastischer Aussicht. Wir schauen der Sonne beim Versinken im Mittelmeer zu.
Von hier aus führt eine lange Treppe wieder zur Hauptstraße Apostel Paulus hinunter. Das ist der Weg zurück nach Káto Paphos. 

Paphos/Zypern. Tipps für den Rundgang vom Hafen zu den Sehenswürdigkeiten der attraktiven Altstadt.

6. Extratipp: Paphos ist der wärmste Platz Europas. Wenn es in der Sonne zu heiß wird, warten die kühlen Museen. 
Das Archäologische Museum in der Griva Dhigeni Straße stadtauswärts zeigt Exponate von der Jungsteinzeit bis zum Spätmittelalter. Es gibt römische tönerne Wärmflaschen und die Skulptur einer seltenen wenig friedlichen Aphrodite mit dem Donnerkeil. 
Ein absolutes Highlight ist die Nekropole der sogenannten Königsgräber am Meer. Der Friedhof gleicht einer Stadt für die Toten. Die Häuser im griechischen Stil sind in den Stein hineingegraben, Stufen führen Schritt für Schritt in die Unterwelt.

Wir flanieren zurück in die Altstadt von Paphos, sitzen auf bunt bemalten Holzstühlen und trinken einen zyprischen Kaffee aus der kleinen Tasse, ein Glas Wasser dazu. Den Durst löscht dann eine frische Zitronenlimonade. 

Paphos/Zypern. Tipps für den Rundgang vom Hafen zu den Sehenswürdigkeiten der attraktiven Altstadt.

Das waren die Reisefrequenzen. Heute unterwegs in Paphos auf Zypern, unterwegs auf einem Rundgang vom Hafen zu den Sehenswürdigkeiten in der unterschätzten Altstadt mit Flair.

Unsere Tipps für Euch zu Sehenswürdigkeiten in der Altstadt von Paphos:
Was: Stadtrundgang vom Hafen in die Altstadt
Wo: Paphos, Zypern
Sprache: Griechisch. Fast alle Zyprer sprechen gut englisch.
Wann/Reisezeit: Für Besichtigungen sind die Monate April, Mai sowie September, Oktober empfehlenswert. Für die heißen Nächte der Sommer.
Museen: Die Museen im gesamten Bezirk Pafos https://www.visitpafos.org.cy/proud-heritage/museums/?lang=de
Bus: Bus zwischen Hafen und Altstadt: 610
Food: Christos Grill and Seafood am Markt, Café Bistro Beatriz beim Han Ibrahim, Koutouro Kafenion und Ouzeria nahe Eros Platz, das angesagte Muse in der Andrea Ioannou 16 und unendlich viele andere Lokale.
Mehr zu Zypern auf den Reisefrequenzen: Limassol Zentrum
♥️ Unser Lieblingsort: Die Aussichtsterrasse. Die Gassen der Altstadt.

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