Hallo! Hier sind die Reisefrequenzen unterwegs zu den schönsten Sehenswürdigkeiten und verborgenen Besonderheiten auf der Royal Mile in Edinburgh, unterwegs auf einem Spaziergang mit vielen Tipps. Aktualisiert Sommer 2025
Die Royal Mile in Edinburghs Old Town ist die Straße der Straßen in einer der für mich schönsten Städte Europas. Eine schottische Meile, fast 2 Kilometer lang, pulsiert hier das Herz der schottischen Hauptstadt. Zwischen dem königlichen Palast von Holyrood und der Burg reihen sich Canongate, Highstreet, Lawnmarket und Esplanade zur teilweise unter dem Schutz der UNESCO stehenden Hauptschlagader voller Sehenswürdigkeiten, karierter Angebote und politischer Institutionen.
Am oberen Ende hockt auf einem über 130 m hohen dunklen Basaltfelsen die trotzig massive Burg. Am unteren Ende steht das königliche Schloss von Holyrood in einem weiten Park fast auf Meereshöhe. Dazwischen säumen alte mehrstöckige Mietshäuser aus dunklem Gestein wie ein Wachbataillon die Straße und bieten eine imposante Kulisse. Shops, Restaurants und Pubs mit bunten Angeboten sind in die grauen Gebäude eingezogen. Während in den Hinterhöfen gruselige Geschichten spuken drängt sich vorne die quirlige Menschenmenge.
Die interessantesten, malerischsten, spannendsten Stopps entlang der Royal Mile in Edinburgh

- Edinborough Castle – Die Burg
Wir beginnen unseren königlichen Spaziergang an der stark befestigten Burg. Ihr Eingang wird von Robert the Bruce und William Wallace, einem schottischen Helden und einem König aus dem 14. Jahrhundert aufmerksam bewacht. „Nemo me impune lacessit„, keiner soll mich ungestraft ärgern steht als Motto Schottlands über dem Burgtor unter dem goldenen Wappen. Ein Wahlspruch den ich mir merke. Spätesten vor 1300 Jahren wurde eine befestigte Anlage des Din Eidynh auf dem strategisch günstigen Felsen errichtet, heute stammen die ältesten Gemäuer aus dem 11. Jahrhundert. Lange Zeit war die Burg eine Residenz der schottischen Könige und bis heute ist sie Aufbewahrungsort der schottischen Kronjuwelen. Hier brachte Maria Stuart 1566 ihren Sohn James zur Welt, der später als James I. das Gedenken an seine Mutter ignorierte und erster König des Vereinigten Königreichs wurde. Bis heute wird die Burg militärisch genutzt und dient ihrer alten Verteidigungsaufgabe. Ein Highlight ist der großartige Ausblick über die New Town bis zum Firth of Forth von den stark befestigten Mauern.
Tipp: Tickets online kaufen, die Besichtigung der Burg ist spontan aufgrund des Besucherandrangs oft nicht möglich.

- Esplanade
Auf dem weiten Platz vor der Burg stehen schon jetzt die Tribünen für das jeweils im August stattfindende Royal Edinburgh Military Tattoo. Seit 1950 wird die Militärparade – derzeit unter Schirmherrschaft von Prinzessin Anne – als allabendliches Musik, Tanz und Feuerwerksspektakel aufgeführt. Dabei wird der militärische Aspekt mit Showeinlagen kombiniert, vor einigen Jahren gefiel mir am besten das Feuerwerk.
Tipp: Tickets für das Royal Edinburgh Military Tattoo langfristig vorher buchen.
Wir schlendern die Royal Mile auf dem Castlehill bergab.
Hier beginnt die Souveniermeile zwischen Whisky, schottenkarierten Tartans und Dudelsackmusik.
- Cannonball House und Witches‘ Well
Rechterhand steht seit 1630 das Cannonball House in dessen westlicher Wand etwas versteckt eine Kanonenkugel steckt. Ob sie während des letzten Jakobitenaufstands von 1745 abgefeuert wurde oder einfach ein Anzeiger für die höchste Stelle der ersten 1675 angelegten Wasserversorgung ist bleibt im Dunkel der Geschichte. Gegenüber markiert ebenfalls an der Westseite ein kleiner nun trockener Brunnen die Stelle, an der zwischen 1479 und 1722 unzählige Frauen als Hexen verbrannt wurden. Die Denunziation und ungerechtfertigte Verurteilung von Frauen ist eines der dunkelsten Kapitel in Edinburghs Geschichte. Das kleine Wasserbecken hängt an einem Souvenirshop dessen Gebäude ab 1851 als Teil des Wasserreservoirs Castlehill genutzt wurde und ist aufmerksamen Auges leicht zu finden. - Boswell’s Court
Ein paar Schritte weiter war Boswell Hof der ehemalige Wohnort des Schriftstellers James Boswell, der im 18. Jahrhundert die Biographie des berühmten Reisenden Dr. Samuel Johnson schrieb. Einer seiner charakteristischen Sätze urteilte: „The noblest prospect which a Scotchman ever sees, is the high road to England“. Entweder hat er nicht richtig hingeschaut oder, was wahrscheinlicher ist, vieles wurde seitdem verändert. - Camera Obscura
Gegenüber steht die Camera Obscura, gegründet von der Unternehmerin Maria Theresa Short im Jahr 1835 und seit 1852 an diesem Ort. Short stellte technische Instrumente und ein Teleskop zum Zweck der Bildung und Erkenntnis aus. Bis heute ist die Camera Obscura eine Faszination und das Museum Mitmach- und Lernzentrum auf sechs Etagen. Immer noch innovativ hat es 2023 den nationalen „Innovation of Tourism“ Preis gewonnen. Schon auf der Straße verzerren Spiegel die Passanten in ein illusionistisches oder desillusionierendes Bild.
Nebenan sehe ich einen Straßenkünstler als menschliche Kulisse ohne Kopf und verschiedene Dudelsackspieler üben sich im disharmonischen Wettbewerb. - Tolbooth Kirk
Der schwarze Turm der neogotischen Tolbooth Kirk schiebt sich in den grauweißen Himmel. Das Gebäude dient nicht mehr den Gottesdiensten oder Versammlungen der „Kirche von Schottland“ sondern als „The Hub“ dem Edinburgh International Festival. Seit 1947 findet in Edinburgh eines der wichtigsten europäischen Kulturfestivals statt. Dazu gehören inzwischen mit Musik, Tanz, Theater, Film, Poetry und Wissenschaft unterschiedlichste teils einzeln organisierte Sparten.
Tipp: Das Bistro in der ehemaligen Kirche bietet eine sehr besonderen Atmosphäre zwischen spitzbogigen Kirchenfenstern.
Die Royal Mile öffnet sich zum Lawnmarket.
- Hochhäuser und Hinterhöfe aus dem des 17. Jahrhundert
Nachdem die Engländer unter Heinrich VIII. getarnt als „raue Brautwerbung“ um Maria Stuart die Stadt Edinburgh zerstörten, wurde sieim 17. Jahrhundert langsam wieder aufgebaut. Aufgrund des eingeschränkten Platzes innerhalb der sicheren Stadtmauern entschieden sich die Architekten zum Bau von 8 – 12 Etagen hohen Häusern. 1690 ließ Robert Milne of Balfarg eine Anlage mit offenem Hof für die Bürger der Mittelklasse errichten. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich die einst vornehme Gegend in einen Slum und machte Edinburgh als „auld reekie“, als alte Rauchende und Stinkende bekannt. Kurz vor dem drohenden Abriß der alten Hochhäuser rettete die Uni Mylnes Court durch die Einrichtung eines Studentenwohnheims.
Noch etwas älter ist der Komplex Gladstone’s Land, errichtet 1620. Heute bietet er als Museum Einblicke in historische Räume. Nebenan öffnete die Medizinerin und Suffragette Elsie Mauf Inglis das erste Geburtskrankenhaus mit ausschließlich weiblichem Personal.
Im Lady Stair’s Close von 1622 erinnert „The Writers Museum“ an drei bekannte schottische Schriftsteller des 19. Jahrhunderts: Robert Louis Stevenson, Sir Walter Scott und Robert Burns.
Tipp: Auf den Steinplatten des öffentlich zugänglichen Hofes von Lady Stair‘s Close sind zahlreiche Zitate und Lebensweisheiten schottischer Schriftsteller eingraviert.



- Deacon’s House
Eine der dunkelsten Geschichten der Stadt spielt in Deacon Brodies Close. Hier lebte William Brodie, Sohn ehrbarer Eltern, in einem um 1570 erbauten Haus. William Brodie führte ein düsteres Doppelleben. Tagsüber ein geachteter Geschäftsmann, Möbelhersteller und Vorsitzender der Handwerkskammer. Nachts Dieb, Räuber, Spieler und Vater fünf unehelicher Kinder. 1788, mit 46 Jahren, wurde er für seine Verbrechen am Old Tolbooth neben der St. Giles Kathedrale hingerichtet. Robert Louis Stevenson hat ihn in seiner Novelle „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ unsterblich gemacht. Das jetzige Haus an dieser Stelle stammt von 1840 und hat den Spuk nie gesehen. Gegenüber bietet Deacon Brodies Tavern in historischem Ambiente Gin, Bier und Whisky.


- Statue des Philosophen David Hume
Vor dem Hohen Gericht sitzt zurückgelehnt in seinem Stuhl der wichtigste Philosoph und Humanist Großbritanniens über der Straße. Die Statue von David Hume schuf der Bildhauer Alexander Stoddart. Als Zeitgenosse William Brodies beschäftigte sich Hume mit den hellen Seiten der Aufklärung, dem „Scottish Enlightment“.
Tipp: Sein herausragender Zeh glänzt golden und die Berührung bringt Glück oder ein Hauch von David Humes Sachverstand. - Französisches Konsulat und Kulturinstitut
Gegenüber ist das Französische Konsulat und Kulturinstitut im klassizistischen ehemaligen Verwaltungsgebäude des Midlothian Court Councils untergebracht. Charles de Gaulle nannte einst die „auld alliance“ zwischen Frankreich und Schottland die älteste Allianz in der Welt.
Tipp: Das in prunkvollen klassizistischen Räumen eingerichtete französische Restaurant Bistrot bietet ein Set Menu.
Nebenan ist in der National Library of Scotland ein Selbstbedienungscafé mit gutem Preis-Leistungsverhältnis zwischen Büchern.
Die steinerne Krone der St. Giles Kathedrale überragt die Royal Mile.

- Kathedrale St. Giles
Die Kathedrale wurde im 14. Jahrhundert nach einem Brand im gotischen Stil neu errichtet und dem Heiligen Ägidius geweiht. Im Inneren steht die bronzene Figur des schottischen Reformators John Knox der hier von der Kanzel als „kill joy“ gegen die katholische Maria Stuart wetterte. Das große moderne Westfenster von Leifur Breidfjörd ist eine Hommage an den schottischen Nationaldichter Robert Burns. Ein brennendes Herz öffnet sich gleich einer Rose. Im Fußboden des Mittelschiffs liegt an der Stelle der Aufbahrung Elisabeth II. eine Platte eingelassen.
Tipp: In der südlichen Ostecke wurde 1911 die neogotische Distelkapelle für die Feierlichkeiten des höchsten schottischen „Ordens of the Thistle“ von Robert Lorimer angebaut. Nicht verpassen! Im reich geschnitzten Gestühl spielen Engel den Dudelsack und auf dem Boden liegt weißgrüner Marmor der Insel Skye.



- Parliament Square
Die Kirche ist umgeben vom Obersten Gerichtshof in den Gebäuden des ehemaligen schottischen Parlaments. Als 1707 mit dem Unionsvertrag die Parlamente Schottlands und Englands im britischen Parlament aufgingen, verloren die Einrichtungen am Parliament Square ihre ursprüngliche Bedeutung. Im Hof reitet Charles II. als römischer Imperator angeblich über dem Grab des Reformators John Knox. Am südlichen Ende steht die Statue von Adam Smith der im 18. Jahrhundert mit „The wealth of nations“ eines der bis heute weltweit wichtigsten wirtschaftswissenschaftlichen Bücher schrieb.



Tipp: Das Wichtigste auf dem Platz vor der Kathedrale St. Giles ist ein Herz aus farbigen Pflastersteinen. „The Heart of Midlothian“ markiert den einstigen Eingang in das 1817 abgerissene zentrale Gefängnis und Zollgebäude, den Tolbooth. Wer in die Mitte des Herzens spuckt wird entweder glücklich oder verachtet die Obrigkeit. Ein, wie ich finde, markanter aber ziemlich ekliger Brauch. „Heart of Midlothian“ ist auch der Titel einer Erzählung Sir Walter Scotts und der Name eines örtlichen Fußballclubs.
- Advocate’s Close, Rathaus und Mary King’s Close
Gegenüber bietet die Pforte im Advocate’s Close den Fotoblick zur Statue des unter einer abgeschlagenen Kirchturmspitze an der Princes Street sitzenden Sir Walter Scott.
Vor dem klassizistischen Rathaus in der alten Börse des genialen Architekten John Adams haben berühmte Schotten und Ehrenbürger der Stadt Edinburgh ihre Hände in den Walk of Fame gedrückt. Annie Lennox, J.K. Rowling, Chris Hoy, Ian Ranking, die schönen Hände von Peter Higgs und viele andere zeigen schottischen Erfindergeist und Genius.
Im Real Mary King’s Close unter der Stadtverwaltung taucht das zweite Edinburgh schummrig ins Licht. Ehemals bestand Edinburgh aus einem Labyrinth dunkler Gassen in denen die weltweit höchste Bevölkerungsdichte herrschte. Im klassizistischen 18. Jahrhundert beschloss das aufklärerische „Scottish Enlightment“ Veränderungen, machte mit der dunklen Welt tabula rasa und baute eine mondäne Stadt oben auf. Die Ärmsten zogen in den Untergrund, in die Kellerräume und Höhlungen, in die Stadt unter der Stadt. Während oben Wohlhabenden unter strahlenden Kronleuchtern feierten herrschte unten Armut und Krankheit. Diese Welt voller Mythen und Legenden ist eine oft genutzte Filmlocation über die glücklicherweise schon lange nicht mehr die stinkende Dämpfe des längst zugeschütteten Loch Nor’s wabern. Mary King, die frühere Bewohnerin, war Witwe eines Stofffabrikant und als erste Frau Repräsentantin im Rathaus von Edinburgh. 1644, ein Jahr vor der Großen Pest, verstarb sie – nur die Geister sind geblieben. - Tron Kirk in der Highstreet
Die Tron Kirk war eine Gemeindekirche an der markanten South/North Bridge Kreuzung.
Tipp: Inzwischen wird das Gebäude nicht mehr als Kirche genutzt sondern zwischen die neogotischen Mauern ist der Tron Kirk Market für Kunsthandwerk eingezogen. - Museum of Childhood
Als erstes Museum der Kindheit weltweit wurde es 1955 eröffnet. Zahlreiche Kinderspiele, Puppenstuben, Fotos und Erläuterungen zeigen, das Kinder kreativ und neugierig sind aber Kind sein nicht kinderleicht ist. - Netherbrow Wellhead, John Knox House und das Scottish Storytelling Center
1681 wurde die erste zentrale Wasserversorgung Edinburghs organisiert. Das Reservoir bei der Burg speiste sechs Entnahmestellen und Netherbrow Wellhead war eine von ihnen.
Nebenan steht seit 1470 das in die Straße kragende John Knox House als eines der ältesten Häuser der Stadt. Ob John Knox hier je gelebt hat bleibt ungewiss. In alten Dokumenten überliefert ist ein Besitzer namens James Mosman. Goldschmied, Katholik und tatkräftiger Anhänger Maria Stuarts. 1573 wurde er grausam gevierteilt. „Lufe God abufe al and yi nychtbour as yi self” (Liebe Gott über allem und deinen Nachbarn wie dich selbst) steht als Motto dekorierend in Holz geschnitzt am Gesims des Gebäudes.
Direkt daneben ist das Scottish Storytelling Center in einem Neubau eine empfehlenswerte Adresse. Veranstaltungen rund ums Erzählen, Infos, ein Buchladen und der beste Haggis im Café der Haggis Box. - World‘s End
Auf der rechten Seite steht der historische Pub World‘s End und markiert Eingang und Ausgang zur Stadt. Seine östliche Wand war Teil der nach 1513 verbesserten Stadtmauer Flodden Wall, vor seiner Tür stand eines der sechs Stadttore. Hier endete Edinburghs High Street und das eigenständige Kanonikerviertel der Mönche von Holyrood begann mit der Straße Canongate und den letzten Metern der Royal Mile.


Shoppingfazit: Am Ende der Welt ändert sich die Atmosphäre. Die Royal Mile wird leerer, weniger Menschen, Shops und Restaurants, es wird weniger kariert vor den Augen. Die Häuser sind niedriger und nicht mehr so imposant. Hier können sich Geschäfte Mieten leisten. Tipp: Während im oberen Teil der Royal Mile alle namhaften und hochwertigen Anbieter schottischer Stoffe, Strickwaren, Kleidung verschwunden sind und eine einheitliche ostasiatische Hand das Billigwarensortiment bedient, empfehle ich Ragamuffin und Macreas of Edinburgh in Canongate. Das Chocolatarium bleibt mein unerfüllter Traum, die Royal Mile Gallery bietet alte Ansichten Edinburghs in Drucken und schöne Postkarten an.
Die Royal Mile in Canongate
- Huntly House/Museum of Edinburgh und The People‘s Story Museum im Tolbooth
Die ersten Wände des Huntlys Houses standen bereits im 16. Jahrhundert. Heute sammelt hier das Museum of Edinburgh Interessantes zur Geschichte der Stadt. Ein kleines Highlight ist das Hundehalsband von Greyfriars Bobby, der 14 Jahre lang am Grab seines verstorbenen Herrchens ausharrte.
Gegenüber erzählt People‘s Story Museum im Tolbooth, dem alten Verwaltungsgebäude der einst eigenständigen Gemeinde Canongate, die Geschichten der einfach arbeitenden Leute. Ein kluger Kontrast zum nahen Palast.
Der Tolbooth im schottischen Barionalstil mit seinem markanten Uhrturm entstand ab dem 16. Jahrhundert und war ein vielseitiger Ort. Gefängnis, Versammlungsstätte des Rates, Gericht und die Einzugsstelle für Steuern. Heute gibt es im Tolbooth eine Tavern in uriger Atmosphäre. - Canongate Kirk und Friedhof
Nach der königlichen Privatisierung der einst allgemein genutzten und zur Ruine verfallenen Kirche in Holyrood wurde 1691 die schlichte schöne Canongate Kirche errichtet. 1952 besuchte Königin Elisabeth II. als erster Monarch einen Gottesdienst in der Canongate Kirk. 2011 hat hier Zara Philipps, Nichte von King Charles III., ihren Mann Mike Tindall geheiratet.
Tipp: Der ausgedehnte alte Friedhof der Kirche lohnt einen Besuch. Hier sind Adam Smith, der Dichter Robert Fergusson und wahrscheinlich der ermordete Sekretär Maria Stuarts David Rizzio begraben. Ein Gedenkstein erinnert an die bei der Arbeit zu Tode gekommenen Kutscher.



- Scottish Parliament Building – Das Schottische Parlament
Fast am Ende der Royal Mile steht das moderne Gebäudeensemble für die 129 Mitglieder des Schottischen Parlaments. Der verschachtelte 2004 errichtete Bau erinnert sowohl an Hochhäuser Edinburghs und als an grasbedeckte Bauernkaten der westlichen Highlands. Der katalanische Architekt Enric Miralles hat für die Dekoration der Fassade die Gehölze und Gesteine Schottlands verwendet, meiner Ansicht nach ist umstrittene Haus ansprechend gelungen „The building should arise from the sloping base of Arthur‘s Seat and arrive into the city almost surging out of the rock“ schrieb Enric Miralles.
Tipp: Das architektonische Highlight kann nach online Voranmeldung von innen besichtigt werden.


- Dynamic Earth
Dynamic Earth ist ein interaktives Wissenschaftsmuseum dessen moderne Struktur in den Mauern der alten Holyrood Brauerei steht. Zwischen Eisberg und Erdbeben zeigen Naturphänomene ihre Stärke, vom Unterwassertunnel bis zum Planetarium werden die Wunder der Welt erläutert. Ein Mitmach-Familienmuseum das immer noch auf meiner To-Do List steht. Ganz in der Nähe lebte im 18. Jahrhundert James Hutton, Vater der modernen Geologie und hinter dem Areal erhebt sich der nach König Arthur benannte Basaltfelsen „Arthur‘s Seat“ über Edinburgh.

- Holyrood Palace – Der Königliche Palast
Nach fast 2 anregenden ereignisreichenKilometern erreichen wir Holyrood Palace. Ein hohes schmiedeeisernes Tor riegelt den königlichen Palast von der Straße ab. Dahinter erheben sich die Ruinen des Klosters von Holyrood, dem Heiligen Kreuz. Eine erste königliche Pfalz lag im Gästehaus der Abtei. Wenige Jahre später leitete die Reformation den Verfall der Abteikirche ein.
Der Großvater Maria Stuarts ließ für seine englische Frau um 1500 einen ersten Palast errichten der von Jakob V. zeitgemäß ausgebaut wurde.
Für Maria Stuart wurde der Palast von Holyrood nach ihrer Rückkehr aus Frankreich eine zweite Heimat. Hier heiratete sie ihren zweiten und dritten Ehemann. Hier traf sie mit dem unnachgiebigen Reformator John Knox zusammen, hier wurde in ihren Privatgemächern ihr Sekretär und Musicus David Rizzio grausam ermordet. Angeblich hat der reisende Schriftsteller Theodor Fontane noch Jahrhunderte später den Blutfleck gesehen, das Turmzimmer des Geschehens ist bis heute erhalten. Nach turbulenten Ereignissen für die Stuarts in London wurde nach Wiedereinsetzung des Monarchen im 17. Jahrhundert der Palast für Charles II. im Renaissancestil wieder aufgebaut. - Tipp: Tickets online buchen, sonst gibt es eventuell keinen Einlass.



Holyrood Palace ist Eigentum der Krone und mit prachtvollen Innenräumen ausgestattet. Hier wurde Elisabeth II. nach ihrem Tod in Balmoral aufgebahrt bevor ihr Sarg in die Kathedrale von St. Giles und schließlich nach London überführt wurde.

Die Royal Mile ist eine der interessantesten Straßen Europas. Mit Burg, Palast und Museen, mit Haggis und Whisky, mit der Unterhaltung der Straßenmusiker und dem Vertreiben der Geister und natürlich einem Blick in die Läden ist die Royal Mile ein wunderbares Vergnügen. Ein ganzer Tag ist fast zu kurz für die Meile.
🏴 Extratipp! Für weitere Erkundungen in Edinburgh und Schottland empfehle ich das 2024 erschienene Buch von Sandra Wickert. Schottland Soul Places. Sandra ist auf der Suche nach ganz besonderen Orten durch Schottland gereist und teilt ihre inspirierenden Seelenorte ansprechend bebildert mit uns Lesern. Als Vorfreudebucb und auf Reisen geeignet!
Meine Bloggerkollegin Elke hat einen leicht nachzureisenden Roadtrip durch Schottland beschrieben. Ihr Weg führt von Edinburgh über Inverness auf die Hebriden.
Was für ein schöner Artikel über die Royal Mile, liebe Marike! Deine Shoppingtipps und die vielen kleinen Details habe ich mir für den nächsten Besuch in Edinburgh notiert. Vielen Dank fürs Mitnehmen!
Liebe Grüße
Elke
Lieben Dank Elke! Edinburgh ist für Entdeckerinnen wie Dich einfach eine unendliche Schatzgrube. Liebe Grüße!